english englische Version

Erlebte Archäologie - Museumspädagogik

Das didaktische Programm setzt sich aus den drei Komponenten Handwerksvorführungen, Aktionen und Seminaren zusammen. Ich lege dabei besonderen Wert auf Anschaulichkeit und unterstütze meine Ausführungen mit viel Anschauungsmaterial um die Archäologie begreifbar zu machen. Wichtiger Bestandteil der Vorführungen und Aktionen ist die praktische Demonstration des Bronzegusses mit Rekonstruktionen prähistorischer Gerätschaften.
Der Bronzeguss im speziellen, und die Nichteisenmetallverarbeitung im allgemeinen, bilden den Ausgangspunkt für einen Streifzug durch die Gechichte der menschlichen Kreativität im weitesten Sinne.
Durch die Untersuchung und Ausschöpfung der für die damaligen Menschen technischen Möglichkeiten versuche ich den Besucher meiner Veranstaltungen „über die Schulter” der frühen Metallhandwerker blicken zu lassen. Die Nachschöpfung eines archäologischen Artefakts kann somit einen Bezug zum Lebensalltag der Menschen herstellen, welcher dann durch archäologische Hintergrundinformation vertieft wird.

Experimentelle Archäologie und Museumspädagogik - Was ist was?

Die Experimentelle Archäologie ist ein Zweig der archäologischen Wissenschaften. Archäologische Versuche besitzen, genau wie ihre naturwissenschaftlichen „Verwandten”, eine genaue Fragestellung und eine Hypothese die experimentell überprüft werden soll. Hierzu sind ein ordentlicher Versuchsaufbau, die Beobachtung des Experiments und die anschliessende Auswertung der Beobachtungen und Messergebnisse zwingend erforderlich. Der wichtigste Aspekt sind die Vergleiche der Versuchsergebnisse mit den originalen Funden. Dazu ist es machmal notwendig, sowohl die Fundstücke. als auch die experimentell produzierten Stücke mit den gleichen naturwissenschftlichen Methoden zu untersuchen. Seien das nun Legierungsbestandteile die analysiert werden oder Kristallstrukturen von Metallartefakten, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Ordentlich durchgeführte Experimente können einen guten Beitrag zur Untersuchung und Rekonstruktion vergangener Arbeitsprosesse liefern. Dennoch können archäologische Experimente nicht beweisen, auf welche Art und Weise ein Gegenstand in der Vergangenheit hergestellt wurde. Sie geben uns vielmehr einen sehr guten Anhaltspunkt dafür welche Techniken geeigneter erscheinen als andere. Ob dies nun den damaligen Tatsachen entspricht oder nicht, werden wir nie mit abschliessender Sicherheit sagen können.
Museumspädagogik hat ein völlig anders gelagertes Anliegen. Es geht nicht darum wissenschaftlich tätig zu werden, sondern darum die Ergebnisse der Archäologie, auch der experimentellen Archäologie, zu vermitteln.
Dazu stehen die verschiedensten Möglichkeiten zur Verfügung. Die Bereich der Erlebnisarchäologie in den Medien meist fälschlich als Experimentelle Archäologie angepriesen, ist innerhalb der letzten 10-15 Jahre im deutschsprachigen Raum enorm angewachsen. Wo man früher nur staubige Vitrinen mit teils unleserlichen Schildchen gewohnt war, ist es heute an der Tagesordnung, dass dem Besucher weit mehr geboten wird. Da gibt es Brotbacken, Töpfern, Bogen bauen und schiessen oder Einbaumfahren um nur einige zu nennen. Hinzu kommt ein relativ neues Berufsbild: Das der Archäotechniker/innen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, archäologische Herstellungsprozesse zu neuem Leben zu erwecken bzw. diese zu rekonstruieren. Diese werden in Aktionen oder Handwerksvorführungen den Museums- oder Ausstellungsbesuchern näher gebracht. Die Besucher, oder Teilnehmer, können hautnah miterleben wie die Fundstücke die sie aus den Vitrinen kennen, gemacht werden und welchem Zwecke sie dienen. Die Wissensvermittlung geschieht sozusagen nebenher, da viele Menschen mit Dingen und Erfahrungen konfrontiert werden, die sie aus ihrem Alltag nicht kennen.
Logo Asmus © 2005-2010 by Bastian Asmus ∴ alle Rechte liegen beim Autor ∴  letzte Änderung: Tuesday, 25-Jun-2013 14:10:59 CEST 
          Valides html 4.01