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Lehmformen/Wachsausschmelzverfahren

Das Prinzip ist ebenso einfach wie genial: Man modelliert sich den gewünschten Gegenstand aus Wachs, umhüllt diesen mit Formlehm und brennt die Form bei über 500°C. Dabei fliesst das Wachs aus und hinterlässt einen Formhohlraum im gebrannten Tonmantel.
Der Formstoff für das Wachsausschmelzverfahren sollte die folgenden Kriterien erfüllen:
Lehmform
Formlehm
  • feuerfest
  • gasdurchlässig
  • bildsam (gute Wiedergabe der Oberfläche)
  • mechanisch belastbar
Die Wachsmodelle sind aus schwarz gefärbtem Wachs. Bei hellem Wachs lassen sich die Oberflächen nur schlecht beurteilen. Bei hohen Temperaturen kann man Wachs in Wasser kühlen. Bei niedrigen Temperaturen kann Wachs in warmem Wasser aufwärmen. Wachsmodelle
Modell eines Ringes aus Wachs Aus Wachs wird ein Modell vorbereitet. In diesem Falle ein Schaukelfingerring aus keltischer Zeit.
Das Modell, das auch das Wachs genannt wird, muss nun mit Formlehm umhüllt werden. Dieser Schritt ist von grosser Bedeutung für das Giessergebnis. Der Lehmmantel muss gleichmässig stark und rissfrei aufgebracht werden. Da die Form noch feucht ist wird sie Grünform genannt. Grünform
Brennen der Formen Während des Brandes wird aus der Grünform in der noch das Wachs steckt die Gussform. Ausfolgenden Gründen muss die Form je nach Wandstärke des Lehmmantel mehrere Stunden oder sogar Tage gebrannt werden:
  • Das vorhandene Wachs muss ausgeschmolzen werden
  • Das vorhandene freie Wasser in der Form muss restlos entzogen werden
  • Das chemisch gebundene Kristallwasser muss entfernt werden
Gebrannte Form
Entformen Nach dem Guss muss die Form zerschlagen werden. Hier sehen sie die Form eines Armreifens.
Das Gussstück heisst in diesem Zustand Gussrohling oder Rohguss, seltener auch Giessling, da es noch nachbearbeitet werden muss. D.h. der Gusszapfen, oder Eingusstrichter muss entfernt werden, und die Gusshaut (hauptsächlich Kupferoxide) muss bis zum blanken Metall abgeschliffen werden. Rohguss
Fertiger Ring Fertiger Ring nach dem Polieren. Der Ring wurde zunächst auf Sandsteinen verschiedener Körnung geschliffen und danach mit Leder und trockenem Tonpulver poliert.
Auf meiner neuen Seite können sie den gesamten Vorgang als Film ansehen.

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